Downloadplan Schwimmer für Parkflyer

Downloadplan Schwimmer für Parkflyer

In Modell AVIATOR 05/2012 habe ich Ihnen das Downloadplan-Fliegerchen Pinkus Special vorgestellt – einen zahmen Racer, mit der Androhung, ihn wasserflugtauglich zu komplettieren. Die geschwungene Linienführung im Oldtimer-Look verpflichtet – hier müssen optisch dazu passende Badeschlappen her. Einige Bleistiftskizzen später stand die elegante Kontur fest und wurde am Computer ins Reine gezeichnet. Die Bauweise hierzu sollte darüber hinaus betont einfach erfolgen, sodass jedermann in kürzester Zeit mit dem Modell aufs Wasser kommt.

Aus diesem Grunde kommt dasselbe Baumaterial wie bei der Pinkus zum Einsatz: 6 Millimeter (mm) starkes Dep­ron. Hieraus werden zunächst alle Bauteile in ihrer passenden Anzahl – alles ist mindestens doppelt vorhanden – sorgfältig ausgeschnitten.

Schritt für Schritt
Wer sich dabei Mühe gibt, wird mit Passgenauigkeit und raschem Bau­fortschritt belohnt. Verwenden Sie ein wirklich scharfes, spitzes Skalpell und 6er-Depron als Schnei­d­­­­unterlage. Heften Sie die grob vorgeschnittenen Bau­plan­ausdrucke mit einem zarten Hauch von Sprüh­kle­ber auf das Depron auf und durchtrennen Sie mit Ge­­fühl und sä­­genden Bewe­gungen exakt winklig die Bau­­­­teil­­kon­tur­linie. So verrutscht nichts, das spart Zeit und Nerven. Und das umständliche Anfertigen von Scha­blo­nen, was zwangs­­­läufig Ungenauigkeiten mit sich zieht, entfällt gänzlich.

Der Bauplan enthält übrigens eine aufschlussreiche Schritt-für-Schritt Kurzanleitung, hier kann eigentlich ohnehin nichts schiefgehen. Im Klartext: Beginnen Sie mit dem Auffädeln der Spanten auf einen durchgehenden Mittel­steg. Vorne und hinten kommen noch zwei kleine Spanten dran, namentlich Schwimmernase und Schwim­mer­­­heck. Das daraufhin vor uns liegende Gerippe bildet die Innen­konstruktion, wodurch der nachfolgende Bau deutlich vereinfacht und gleichzeitig versteift wird.

Fahren Sie mit dem Aufkleben des zweiteiligen Schwim­­­­merbodens fort. Beachten Sie, dass die Verklebungen sorgfältig ausgeführt werden, denn hinterher muss alles wasserdicht sein.

Trägerschaft
Als Nächstes wird die Schwimmer-Oberseite verschlossen. Und hier ergibt sich eine konstruktive Besonder­heit, die die Verwendung von 3-mm-Balsaholz notwendig macht. Das zweiteilige Balsaholz-Element habe ich „Schwimmerträger“ getauft, da in ihm die Verbin­dungs­streben sowie sämtliche Verstre­bungen zum Rumpf eingelassen werden. Dazu sind zwei entsprechende Brett­chen mit Quernuten versehen, die paarweise untereinander fluchten. Oder auf Deutsch: setzt man die beiden Brettchen zusammen, bilden die vier Nuten zwei Quer­löcher. Das ist allemal einfacher als in ein 6-mm-Balsabrett genau winklig zwei 3er-Querlöcher durchzubohren, zumal nicht jeder Bauplanfreund unbedingt auch eine Ständerbohrmaschine besitzt.

Nehmen Sie sich für den Baufortschritt zunächst das untere Brettchen des Schwimmerträgers vor und verbinden es mit den zwei Depron-Schwimmerdeckelteilen zu einer Einheit. Diese bildet nun die Schwimmer-Oberseite und wird dementsprechend auf das Innengerüst aufgesetzt. Sieht schon schwer nach Schwimmer aus, aber es fehlen noch die Seitenteile. Zuvor sollte mit einer Schleif­latte die gesamte Rohbau-Flanke sorgfältig überschliffen werden, damit alle Klebeflächen wirklich sauber anliegen. Setzen Sie nun die Schwimmer-Seitenteile an, wobei Sie erneut auf eine lückenlose, wasserdichte Verklebung achten müssen.

Bevor die beiden Schwimmer über zwei 3-mm-CFK-Stäbe mit jeweils 290 mm Länge miteinander verbunden werden, sollten jetzt die Kanten gemäß der Bauplandarstellung abgerundet werden. Das ist nach dem Einsetzen der Stäbe deutlich umständlicher. Daraufhin lassen sich die Stäbe anbringen und mit Sekundenkleber in der Nut des unteren Balsabrettchens befestigen. Setzen Sie nun unter Zugabe von Beli-Zell den oberen Schwimmerdeckel ein und lassen Sie die Verleimung ordentlich aushärten.

Grundsätzliches
Das war’s im Prinzip schon mit dem Wesentlichen. Wenn Sie die Schwimmer universell einsetzen möchten, sollten Sie nun noch wissen, dass die Teile durch Unterlegen eines 41 mm hohen Gegenstands an der Hinterkante ihre Neutrallage einnehmen, die später parallel zur Höhen­leit­werksebene Ihres Modells liegen sollte. Die Schwimmer­stufe gehört zirka 25 bis 30 Millimeter hinter das Lot des Schwerpunkts, dann wird es mit dem Ab- und Anwassern auch funktionieren.

Gerüstbau
Wenn Sie die Pinkus Special gebaut haben sollten, sind all diese Zahlenangaben überflüssig, denn der Bauplan enthält eine erfolgsgarantierende Bauvorrichtung für die Schwimmerstreben. Biegen Sie einfach vier 2-mm-Stahldrähte gemäß der Planansicht und setzen Sie diese in entsprechende Langlochfräsungen in die Schwimmerträger ein. Daraufhin werden die Löcher mit Fünf-Minuten-Epoxy und Glasperlen – ein weiß-mehliger Füllstoff, der das Harz durch Einrühren eindickt und die notwendige Festigkeit gibt – großzügig verfugt. Nach dem Aushärten kann das Hilfsgestell entnommen werden und übrig bleibt ein passgenaues Schwimmerpaar samt stabiler Verstrebung. Die Befestigung an der Pinkus Special erfolgt ganz simpel mit Gummiringen unter dem Rumpf. Dafür müssen am Modell lediglich noch zwei zusätzliche Rundholzdübel eingesetzt werden. Das ist simpel und überaus robust.

Im Bauplan sind all diese Informationen aber auch nochmals übersichtlich aufgelistet und mit anschaulichen Skizzen versehen, also ran an den Rechner, Bauplan unter www.modell-aviator.de herunterladen, ausdrucken und loslegen.

Hilfreich
Abschließend noch ein paar Tipps zum Erstflug mit der Pinkus Special auf dem Wasser: Meiden Sie Wind. Das Modell ist aufgrund der hochliegenden Tragfläche sehr anfällig bei Böen, die unter den Flügel greifen. Es wird dann seitlich angehoben und über die Nase umgedreht. Auch Anwassern und Starten bei Querwind ist zu vermeiden, denn dann passiert höchstwahrscheinlich dasselbe.

Programmieren Sie viel Expo aufs Seitenruder, damit Sie um die Neu­trallage feinfühlig in der Luft steuern können und dennoch viel Ex­­tremausschlag für langsames Manövrieren auf dem Wasser haben. Auch das Höhenruder sollte mit geringen Ausschlägen beziehungsweise viel Expo beruhigt sein. Dadurch wird sauberes Anwassern erleichtert.

Aber keine Angst vor Umkippern. Wenn Sie die RC-Komponenten am Modellboden befestigt haben, wird sich dieser stets deutlich oberhalb der Wasseroberfläche befinden. Ich habe zur Bergung immer einen Tennisball mit einer Schnur dabei, den kann man dann über das Modell hinaus werfen und es so bequem wieder an Land ziehen – vorausgesetzt, es treibt nicht zu weit weg.

Welches Flugmodell auch immer Sie mit diesen schicken Schwim­mern komplettieren – viel Spaß dabei, und bleiben Sie trocken.