Badelatschen – Schwimmer aus Depron für Parkflyer

Badelatschen – Schwimmer aus Depron für Parkflyer

In der letzten Zeit ist nicht nur die Fangemeinde für elektrisch motorisierte Formschaummodelle gewachsen, sondern auch die Modelle selbst. Waren früher Spannweiten unter einem Meter und Gewichte bis 600 Gramm üblich, wächst die Flügelspannweite momentan auf 1.200 bis 1.400 Millimeter an, was mit einem Abfluggewicht von etwa 1.000 Gramm einhergeht. Will man mit diesen Modellen aufs Wasser, benötigt man entsprechend dimensionierte Schwimmer. Die sind mit verschwindend geringem Finanzaufwand leicht zu bauen. Und schick aussehen tun sie auch noch.Standesgemäß greifen wir auf Schaum-Material zurück. Und zwar soll hier Depron der Stärke 6 Millimeter (mm) zum Einsatz kommen. In Kombination mit etwas 3-mm-Balsaholz entsteht ein Schwimmerpaar, das mit knapp 150 Gramm (g) für die dazu passenden Modelle gut tragbar ist. Zumal man ohnehin das Fahrwerk demontieren muss und daher lediglich ein Mehrgewicht von etwa 100 g zu erwarten ist. Im Flug sind die kaum zu bemerken.

Allroundtalente
Die hier gezeigten Schwimmer wurden eigens für die Cessna 400 Corvalis von Hype entworfen, die in Modell AVIATOR 6/2010 ausführlich getestet wurde. Sie eignen sich aber ebenso für viele andere Parkflyer, die in dieselbe Kategorie fallen. Eignungskriterien wären: Rumpflänge um die 900 bis 1.000 mm sowie ein Abfluggewicht zwischen 900 und 1.500 g.

Herausragendes Merkmal dieser Schwimmer ist ihre runde, geschwungene Linienführung, die wunderbar (nicht nur) zur Corvalis passt. Gleichzeitig ­besitzen sie ein großes Volumen und können somit locker Modelle bis über 1.500 g tragen. Das Modell schwimmt damit sicher obenauf, so­­dass das ­­­­
An- und Abwassern auch bei welligen Verhältnissen völlig problemlos verläuft.

Zusätzlich beinhaltet der Bauplan noch eine Montage-Hilfe für den Anbau an die Hype-Corvalis. Mit der kann das Schwimmergestell zunächst provisorisch unter exakter Beibehaltung aller Winkel und Positionen mit Klebe­band am Rumpf fixiert werden. So kann man in Ruhe die Schwimmerstreben nach seinen eigenen Vorstellungen positionieren und anbauen. Abschließend entfernt man das Hilfsgestell durch Herausbrechen.

Festgekrallt

Für eine stabile Verbindung der Schwimmer untereinander sorgen vier 330 mm lange CFK-Rohre mit dem Außen­durch­messer 3 mm. Was die Verstrebung zum Rumpf anbelangt, so hatte ich zuerst eine Vielstreben-Variante gebaut. Die funktionierte gut, war aber bei hartem Einsatz hin und wieder wartungsbedürftig. Daher kam eine robuste Alu-Bügel-Version ans Modell. Die beiden Metall-Trägerbügel sind auch im Bauplan als Biegeschablone ­dargestellt. In jedem Fall ist das Bugrad der Corvalis samt Radschuh zu demontieren, der Reststummel kann bleiben und fällt im Flug kaum auf.

Falls man die Schwimmer an ein anderes Flugzeug an­­bauen möchte, dann lauten die zwingend einzuhaltenden Werte folgendermaßen:

  • Die Position der Stufe befindet sich 25mm hinter dem Lot des Schwerpunkts
  • Der hintere Schwimmer-Boden steigt um 5 Grad in Bezug zur Höhenleitwerksebene an
  • Generell ist immer wichtig: Die Schwimmer müssen exakt parallel zueinander ­ausgerichtet sein. Sowohl in der Drauf- als auch in der Seitenansicht

Dass die Hype-Cessna Corvalis hervorragend fliegt, hat sich möglicher­weise schon herumgesprochen. Aber, das kann ich versprechen, mit den Schwimmern beim Wasserfliegen wird man das zufriedene Lächeln so schnell nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Die Corvalis hebt sich anstandslos auf Stufe und löst sich bei weiterer Gas­zu­­nahme ­einwandfrei aus dem Wasser. Mit gesetzten Klappen ist die Start- und Anwassergeschwindigkeit deutlich geringer, was von Vorteil ist. Je ­langsamer man aufsetzt, desto sanfter und sicherer gelingt das Manöver. Ein fantastischer Anblick, so viel steht fest.

Durch die Schwimmer verschiebt sich der Schwerpunkt geringfügig nach vorn, aber das ist mit leichter Höhenruder­trimmung auf „hoch“ kompensierbar, ohne dass man unbedingt den Akku nach hinten ­verschieben müsste.

Nachmachen erwünscht
Studieren Sie die Baustufenfotos und probieren Sie’s aus – die Schwimmer lassen sich bequem an zwei Abenden fertigstellen. Der 14-seitige Down­loadplan im DIN A4-Format enthält nochmals eine Kurz­bauanleitung sowie aufschluss­reiche Schnitt-Dar­­stel­lungen.